Viele Kinder in Brasilien haben Karies
Das Engagement der SOS – Kinderdörfer und blend-a-med
Schwalbach am Taunus, März 2005 – Untersuchungen der WHO (World Health Organisation) zeigen, wie wichtig eine fundierte Zahnprophylaxe und richtige Zahnpflege in Ländern wie Brasilien ist. Der sogenannte DMFT-Wert, der die Anzahl kariöser, fehlender oder gefüllter Zähne pro Person angibt, lag nach WHO-Untersuchungen in Brasilien bei Kindern im Alter von sechs Jahren bei durchschnittlich 3,94 Zähnen pro Kind. Im Vergleich dazu lag derselbe Wert in Deutschland bei 2,2 kranken Zähnen pro Kind. „Solche Untersuchungen bestärken uns in unserer Zielsetzung, durch rechtzeitige Prophylaxemaßnahmen dem Idealbild einer lebenslangen Zahngesundheit einen Schritt näher zu kommen. Schließlich sind gesunde Zähne ein wichtiger Beitrag dazu, die Gesundheit unserer Kinder zu erhalten“, betont Jutta Dietershagen zum Engagement von blend-a-med.
Recife – Stadt der Kontraste
Die brasilianische Millionenstadt Recife (1,4 Millionen Einwohner) liegt an der Küste im Nordosten des Landes. Durch Muschel- und Korallenriffe vor der Küste entsteht ein flaches Meeresschwimmbecken für Badende, die kilometerlange Strände vorfinden. Doch was auf den ersten Blick ein Paradies für Taucher, Surfer und Urlauber ist, entpuppt sich schnell als Großstadt, in der die Armut regiert. Familien aus dem Landesinneren, die den Dürreperioden entfliehen wollen, stranden zu einem großen Teil in den Favelas, den Armenvierteln der Stadt. Dort wachsen ihre Kinder unter ärmlichsten Bedingungen auf. Eine Chance auf eine bessere Zukunft gibt es nicht. Die sehr schlechte gesundheitliche Versorgung, Hunger, Kriminalität und Aggression bestimmen den Alltag der Jungs und Mädchen und treiben sie weg von ihren Familien. Viele der Kinder enden bei ihrer Suche nach einem besseren Leben auf der Straße und kämpfen dort ums Überleben.
Mit dem Bau eines SOS-Kinderdorfes und des angeschlossenen Gesundheitszentrums in Recife wird diesen Kindern und Jugendlichen geholfen. Es werden zwölf Familienhäuser entstehen, in denen jeweils bis zu acht Kinder mit ihrer SOS-Kinderdorf-Mutter leben werden. So bietet das SOS-Kinderdorf in Recife mehr als 100 Kindern ein neues Zuhause. In einem zusätzlichen Kindergarten können 80 Kinder betreut werden. Das Gesundheitszentrum wird übrigens nicht nur den Bewohnern des SOS-Kinderdorfes, sondern auch der umliegenden Bevölkerung zur Verfügung stehen.
SOS-Kinderdorf in Brasilien
Bereits seit den 60er Jahren ist SOS-Kinderdorf in Brasilien aktiv. Noch vor 1970 wurden die ersten drei SOS-Kinderdörfer in Brasilia, Porto Alegre und Poà fertiggestellt und besiedelt. Doch die Betreuung eines Kindes geht weit über sein Leben in der SOS-Kinderdorf-Familie hinaus: Daher entstanden im Laufe der Jahre in Brasilien zahlreiche Jugendeinrichtungen, um die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Dort leben die jungen Menschen während ihrer Ausbildungszeit und werden bei ihrer späteren Arbeitssuche unterstützt. Zusätzlich betreibt SOS-Kinderdorf in Brasilien auch Sozialzentren in Form von Kindertagesstätten, Kindergärten, Kriseninterventionszentren, Schulen und Berufsbildungszentren. Derzeit gibt es in Brasilien insgesamt 14 SOS-Kinderdörfer, 15 SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten, 22 SOS-Sozialzentren und vier SOS-Hermann-Gmeiner-Schulen.